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Der Aquaristik-Blog

Aquarium im Sommer kühlen

Ein Thema, das in früheren Jahren überhaupt kein Thema war, ist die Frage wie kühle ich mein Aquarium im Sommer so, dass die Wassertemperatur nach Möglichkeit in dem Bereich bleibt, in dem der Besatz gut zurecht kommt.

Problem ist dabei gar nicht in erster Linie die Temperatur, sondern die Tatsache, dass je wärmer das Wasser wird, desto weniger Sauerstoff im Wasser gelöst sein kann. Mit diesem Sauerstoffmangel haben die meisten Aquarienfische spätestens bei einer Temperatur um die 30°C Probleme.

Was kann man tun, um die Temperatur des Aquarienwassers zu senken?

Zunächst sollte man sich bereits bei der Auswahl des richtigen Orts für das Aquarium mit der Problematik beschäftigen. Direkte Sonneneinstrahlung ist dabei unbedingt zu vermeiden. Dies führt nicht nur zu weniger Algenwachstum. Ein schattiger Platz ist auch für die Wassertemperatur positiv.

Wenig effektiv sind 2 Methoden, die aber immer wieder als Tipps auftauchen, aber lediglich in sehr kleinen Aquarien überhaupt funktionieren können:

  • Kühlpack, bzw. Eiswürfel können dem Wasser kaum genügend Wärme entziehen, um eine deutliche Abkühlung zu erreichen. Ich hatte es mit mehreren 2-Liter-Getränkeflaschen getestet, die ich mit Wasser gefüllt (max. 75%) und eingefrohren hatte. Selbst bei 5 Flaschen war in einem Aquarium mit fast 800 Litern Inhalt nur sehr kurzfristig ein Absinken der Temperatur um 1 bis 2°C messbar. Das gefrohrene Wasser war aber schon nach ca. 3 Stunden vollständig aufgetaut und der Effekt erloschen.
  • Große Wasserwechsel bringen schon etwas längerfristig eine deutliche Absenkung der Temperatur. Es ist allerding nicht für alle Fische geeignet, da viele Arten auf deutliche Schwankungen, bzw. sehr kaltes Wasser sehr empfindlich reagieren. Da solche Wasserwechsel fast täglich durchgeführt werden müssten, ist diese Methode auch ökologisch fraglich und der Aufwand auch in zeitlicher Hinsicht bei sehr großen Aquarien enorm.

Effektiver und deshalb ratsamer sind folgende Methoden:

  • Das Öffnen der Abdeckung fördert den Gasaustausch und verhindert, dass sich die Stauwärme zwischen Wasseroberfläche und Abdeckung zu sehr aufheizt.
  • Ausschalten der Beleuchtung ist vor allem dann ein probates Mittel, wenn man sein Das Aquarium mit Leuchtstoffröhren beleuchtet. Diese geben sehr viel Wärme ab und führen demnach auch zu einer Erwärmung des Wassers.
  • Abdunkeln und kühl halten des Raums ist selbstverständlich sehr effektiv, da in dem Fall, in dem es gelingt, den Raum, in dem das Aquarium steht, kühl, also nicht deutlich über 25°C, zu halten, wird auch das Aquarium selbst sich kaum über der Normaltemperatur aufheizen. Dazu sollte man sämtliche Fenster tagsüber komplett schließen, komplett abdunkeln und auch die Innentüren schließen. Gelüftet werde sollte nur in den kühleren Nachtstunden.

Moderne, bzw. technische Lösungen:

  • Kühlventilatoren zum Aufstecken auf das Aquarium gibt es inzwischen von allen namhaften Herstellern von Aquarienzubehör. Oft sogar in Verbindung mit einem Temperaturfühler, um die Lüfter automatisch beim Erreichen der Wunschtemperatur abzuschalten. Ausgenutzt wird dabei die Verdunstungskälte, die entsteht, wenn der Luftzug über die Wasseroberfläche streicht. Angeboten werden solche Lösungen für Aquarien von max. ca. 300 Liter. Es kann aber durch den Einsatz von mehreren solcher Lüfter für ein Aquarium auch bei größeren Becken zum Einsatz kommen. Viele Aquarianer haben eine solche Lösung auch selbt mit PC-Lüftern gebastelt.
  • Durchlaufkühler sind eine teuere, aber die wahrscheinlich effektivste Möglichkeit, zur Kühlung eines Aquariums. Dazu wird ein Bypass, also eine Wasserzirkulation außerhalb des Aquariums, durch das Kühlaggregat benötigt. Wer ohnehin einen Außenfilter verwendet, kann die Kühlung nach dem Außenfilter dazwischenschalten. Alle anderen müssen eine kleine Pumpe im Aquarium anbringen, die das Wasser aus dem Becken, durch das Kühlsystem und wieder zurückbefördern kann, also ausreichend leistungsstark dimensioniert sein muss. Diese Durchlaufkühler werden von verschiedenen Herstellern auch für unterschiedliche, auch große, Aquarienvolumen angeboten und sind so ausgelegt, dass eine Wunschtemperatur eingestellt werden kann. Erst ab dieser Temperatur beginnt das Aggregat mit seiner Kühltätigkeit.

Ratsam ist es aus meiner Sicht, mehrere Herangehensweisen zu kombinieren: Aquarium grundsätzlich schattig aufstellen, im Sommer das Zimmer tagsüber verdunkeln und zusätzlich mit einer technischen Lösung die Spitzen abfangen.

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Thomas "Tom" Thammer ist Webentwickler der ersten Stunden und begeisterter Aquarianer seit Kindheit. Mit seiner Community www.einrichtungsbeispiele.de hat er die besucherstärkste Aquaristik-Seite im deutschsprachigen Netz geschaffen.
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1 Kommentar

  1. Hallo

    wie hier zu lesen ist: http://www.dekoration-aquarium.de/aquarium-kuehlen finde ich Ventilatoren am besten. Sie bringen wirklich enorm viel und kühlen perfekt. Nur die Verdunstung muss im Auge behalten werde und regelmäßig Wasser aufgefüllt werden. Auch sollte die Luftfeuchtigkeit aus dem Räumen entfernt werden damit es nicht zu Schimmelbildung kommt. Aber da man im Sommer eh viel lüftet ist es ja meist kein Problem 😉

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