Der Aquaristik-Blog

Wie wird bereits die erste Einrichtung eines Aquariums ein Erfolg?

Alleine die Tatsache, dass sich die Frage stellt und die Erkenntnis aus zahlreichen Nachfragen in Facebookgruppen, in denen zahlreiche Aquarienbesitzer wirklich massiv fehlgeschlagene Versuche, ein Aquarium einzurichten, präsentieren, impliziert, dass das Vorhaben, ein Aquarium einzurichten, gerade für Anfänger wirklich eine Herausforderung darstellt, die nicht immer erfolgreich abgeschlossen wird.

Woran liegt es, dass Anfänger scheitern?

Nach meiner Wahrnehmung ist es sehr häufig so, dass selbst die grundlegensten Informationen über das Ökosystem Aquarium erst dann eingeholt werden, wenn das Aquarium schon steht und auch schon mit Fischen besetzt ist. Oft sind Wasserwerte völlig unbekannt. Es ist kein Wissen über die Arbeitsweise eines Filters und den Stoffkreislauf im Aquarium vorhanden und die individuellen Bedürfnisse der Zierfische an Aquariengröße, Einrichtung und Vergesellschaftung werden komplett übergangen. Treten dann Probleme auf, ist selbstverständlich keine schnelle Reaktion seitens des Aquarienbesitzers möglich, denn es kann noch nicht einmal eine Ursachenforschung betrieben werden, da das nötige Fachwissen fehlt. Sich in der Situation auf eine Beratung in Internetforen und Facebookgruppen zu verlassen, bzw. verlassen zu müssen, ist genauso effektiv wie zu einer Wahrsagerin auf dem örtlichen Rummel zu gehen, um sich seine persönliche Zukunft voraussagen zu lassen. Hier raten dann viele andere Anfänger zusammen mit ein paar wenigen bemühten alten Hasen so lange ohne Basis, denn Wasserwerte, etc. sind ja in der Regel unbekannt, herum, bis sich ein Konsenz ergeben hat, was denn jetzt in diesem Aquarium an Maßnahmen ergriffen werden müssten. Meistens müssen dann, egal um was es geht, Erlenzapfen und ein bißchen Salz, aber Vorsicht immer das jodfreie verwenden, in Becken geworfen werden und ein Wasserwechsel muss natürlich auch sein. Dass es so nicht besser werden kann oder nur seltenst ein Zufallstreffer dabei ist, ist im Prinzip klar. Dass das einen frustrierten Anfänger zurückläßt, der plötzlich aus heiterem Himmel von einer Informationsflut erschlagen wird, ist auch nachvollziehbar. Auch das frustrierte Ende einer Aquarianerlaufbahn ist nicht selten.

Wie sollte ein Anfänger an die Aquaristik herangehen?

Der erste Schritt sollte meiner Meinung nach sein, dass der Neuling ein wirklich konkretes Bild von seinem Wunschaquarium im Kopf und auch auf dem Papier hat. Anregungen und Best-Practices lassen sich bei erfahrenen Aquarianern zuhause finden. Weil es nicht ganz einfach ist, bei möglichst vielen Aquarianern zuhause vorbeizuschauen und diese mit Fragen zu löchern, gibt es auch im Netz mit den Einrichtungsbeispielen für Aquarien eine Vielzahl von Beispielen, wie ein Aquarium nicht nur toll aussehen kann, sondern auch die Möglichkeit, bei den Aquarianern selbst nachzufragen, wie sie ihr Aquarium gestaltet haben und was alles nötig war, um das Becken zum Laufen zu bringen. Ganz wichtig: Gerade für Anfänger finde ich die Idee, ein gut funktionierendes Aquarium, das dem persönlichen Geschmack entspricht, nachzubauen, wirklich gut.

Eine weitere gute Idee ist es in meinen Augen, es sich möglichst einfach zu machen. Ab und zu darf der persönliche Geschmack vielleicht ein wenig hinter diesen Gedanken zurücktreten. Einfach mal die Werte des Wassers messen, das aus der Leitung kommt. Es ist viel einfacher Fische und Aquarienbewohner zu finden, die für diese Werte zu 100% geeignet sind UND dem persönlichen Geschmack entsprechen, als sich auf eine bestimmte Fischart festzunageln und dann zu versuchen, die Wasserwerte anzupassen oder gar nicht Tiere bei nicht geeigneten Werten zu halten.

Nachdem das Traumaquarium im Kopf und auf dem Papier existiert, gilt es ein paar Sachen zum Basiswissen zu lernen. Vorher. Bevor das Aquarium eingekauft wird. Klassisch geht das mit Büchern oder im Netz. Konkret gesucht werden sollten Infos zum Stoffkreislauf im Aquarium, um das Ökosystem zu verstehen, das im Aquarium funktionieren muss. Die Frage, wie sich unterschiedliche Wasserwerte auf die Fische auswirken darf auch geklärt und verstanden werden. Es sollte außerdem verstanden werden, wozu sämtliche technischen Geräte im und am Aquarium gut sind und wie sie funktionieren. Gerade beim Filter ist das entscheidend. Jetzt noch das Wissen, wozu die Dekoration gut ist und die Überzeugung verinnerlichen, dass nichts ins Aquarium kommen sollte, von dem keine praktische Funktion für das Funktionieren des Aquariums zu erwarten ist.

Der Weg ist jetzt klar und jetzt gibt es keine Ausfahrt mehr

Wenn jetzt das Traumaquarium klar ist und auch verstanden wurde, wie alle Teile des Puzzles zusammenspielen und warum das so funktionieren wird, wie es geplant wurde, ist das Ziel klar. Damit auch der Weg. Jetzt liegt es noch am Einsteiger in die Aquaristik sich nicht von diesem Weg abbringen zu lassen. Kein Verkäufer mit gut gemeinten Ratschlägen und auch nicht der schöne rote Fisch, der perfekt zur Tapete passen würde oder der Partner ganz putzig finden würde. Es geht darum sein persönliches Ziel zu erreichen. Das funktionierende Aquarium soll es werden und es muss nicht dem Zoohändler recht gemacht werden, der zwar nicht alles genau so auf Lager hat, aber etwas so „ähnliches“. Nein! Es wird alles so werden, wie du es dir vorgenommen hast und wenn du bei einem Händler nicht fündig wirst, geh zu einem anderen und lass dich nicht auf irgendwelche Kompromisse ein. Lass dir Zeit mit der Umsetzung und setz dich nicht selbst unter Druck. Das Ziel darf nicht das Datum sein, an dem das Aquarium laufen muss, sondern das Aquarium selbst.

Also mein Appell an die Anfänger:

  1. Macht euch ein klares Bild von eurem Traumbecken
  2. Beschäftigt euch mit der Theorie wirklich im Detail
  3. Sucht Gespräche mit Aquarianern, die tatsächlich seit Jahren ihre Aquarien erfolgreich betreiben
  4. Lasst euch von eurem persönlichen Weg nicht mehr abbringen
  5. Es zählen keine Kompromisse, sondern nur die beste Lösung
tom
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1 Kommentar

  1. Jörg Schmiernow

    Hallo
    Interessanter Artikel. Es ist mir schon oft aufgefallen, dass viele Hobbys nur aus dem Bauch heraus gestartet werden.
    Ich finde es gut, das sich hier Anfänger über dieses Thema informieren können.

    Gruß Jörg

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