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Lochgestein oder kein Lochgestein im Malawiaquarium?

Lochgestein war und ist ein Dekostein, mit dem Aquarianer gerne arbeiten. Ganz besonders Malawiaquarianer bauen in ihren Aquarien ganze Riffwände mit dem weißen, löchrigen Gestein. Nur: Warum das und ist das noch zeitgemäß?

Gehen wir einmal in die 80er Jahre zurück. Damals kamen die ersten Malawicichliden in die Zooläden der Republik und waren mit ihren bunten Farben absolute Highlights in der Aquarienbranche. Werbewirksam wurden die Buntbarsche bald als „Korallenfische“ des Süßwassers angeboten und vielfach verkauft. Doch wer einen Korallenfisch will, will nicht nur den, sondern am besten das ganze Riff und so war es auch nicht verwunderlich, dass die Aquarianer alles daran setzten, in ihrem Aquarium auch das passende Korallenriff aufzubauen. Ohne Korallen natürlich. Die Malawiaquarien der 80er Jahre ähnelten sich folglich stark. Die komplette Rückwand war zumeist vom Boden bis zur Wasseroberfläche komplett mit Lochgestein verbaut. Im Vordergrund blieb nur noch ein schmaler Streifen freier Schwimmraum.

Für Mbunas, also die Felscichliden aus dem Malawisee mag das die optimale Umgebung sein, denn zwischen den Spalten und in den Löchern finden unterdrückte Tiere und der meist zahlreiche Nachwuchs genügend Verseckmöglichkeiten und Männchen können ihre Reviere optimal abgrenzen. Für die Non-Mbunas blieb allerdings meist zu wenig Schwimmraum oder Sandfläche, um deren Verhalten wirklich ausleben zu können.

Andere Probleme zeigten sich im Laufe des Betriebs

Lochgestein bleibt meist nicht so schön weiß wie zum Zeitpunkt des Einsetzens ins Aquarium. Zumindest mittelfristig überzieht eine grüne Algenschicht die Steine, so dass sie kaum noch als Lochgestein erkennbar sind und mit den Steinen in der Zoohandlung nichts mehr gemeinsam haben. Da sich die Algen nur schwer wieder vom Gestein lösen lassen, ist auch die Reinigung der Steine eine echte Sisyphusaufgabe. Meist schwand bei den Aquarianern bald die Begeisterung für die recht teuren Steine. Berichte über die Zerstörung von Meeresbiotopen zum Abbau von Lochgestein machten die Verwendung von Lochgestein im Aquarium ebenfalls unattraktiv.

Dazu kommen immer wieder Berichte von Aquarianern, deren Fische in den Löchern des Gesteins stecken blieben und verendeten. Da das Lochgestein, wenn es denn weiß ist, sehr viel Licht reflektiert, erscheinen die Aquarien meist zu hell für die Haltung von Malawicichliden, die es am liebsten etwas dunkler mögen.

Kurz: Das Image der Lochgesteine ist heute ziemlich unten durch. Doch was ist die Alternative?

Steine von Feld und Wiese

Mbunaaquarium

Gestaltung eines Mbunaaquariums mit Kalkbruchsteinen

Grundsätzlich sind alle Steine für Malawiaquarien geeignet, die kein Metall eingeschlossen haben oder andere Stoffe an das Wasser abgeben. Sie sollten möglichst keine scharfen Kanten haben uns sich trotzdem gut schichten lassen, so dass die Steinaufbauten auch höher gebaut werden können, ohne Gefahr zu laufen, dass die Aufbauten durch grabende Fische zum Einsturz gebracht werden können.

Steine können in der Natur gesammelt werden oder im Baustoffhandel, bzw. Baumarkt gekauft werden. Die dort angebotenen Steine sind meist deutlich günstiger als das Gestein aus dem Zoohandel. Für die Basis des Steinaufbaus sollte darauf geachtet werden, dass die Brocken eine ordentliche Größe haben.

Wer einen Steinbruch in der Nähe hat, sollte sich dort informieren, welche Steine dort zu haben sind. Dies ist in der Regel die günstigste Variante. Da Kunden dort in der Regel mit dem LKW vorfahren, um Gestein tonnenweise zu kaufen, gibt es Mengen zur Aquariengestaltung hier oft für lau oder eine Spende in die Kaffeekasse.

Künstliche Steine im Aquarium

Aufgeschnittener Riverstone von Rockzolid

Aufgeschnittener Riverstone von Rockzolid

Ebenfalls eine echte Alternative bei der Einrichtung eines Aquariums für Malawicichliden sind künstliche Steine, wie sie zum Beispiel von Rockzolid angeboten werden. Sie haben den Vorteil, dass sie kaum Gewicht haben und damit das Hantieren im Aquarium sehr viel leichter machen. Daneben garantiert der Hersteller, dass keine Stoffe an das Aquarienwasser abgegeben werden. So können dann auch richtig große Brocken im Aquarium verbaut werden, die, wären sie echte Steine, überhaupt nicht ohne Einsatz von Kran oder Flaschenzug ins Aquarium gewuchtet werden könnten.

Wer künstliche Steine ins Aquarium nimmt, sollte trotzdem darauf achten, dass die Oberfläche der Steine keine scharfen Kanten oder Poren aufweist. Die Steine sollten es außerdem aushalten, dass die Mbunas mit ihren Schabemäulern den Algenaufwuchs abweiden.

 Fazit

Es gibt heute echte Alternativen zur Aquarieneinrichtung mit Lochgestein. Gerade Aquarianer, die ihr Becken naturnah gestalten wollen, achten immer mehr darauf, solches Gestein zu verwenden, das ihre Zierfische auch in der natürlichen Umgebung vorfinden. Lochgestein darf deshalb dort verwendet werden, wo es hingehört: Im Meerwasseraquarium und nur dort.

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Thomas "Tom" Thammer ist Webentwickler der ersten Stunden und begeisterter Aquarianer seit Kindheit. Mit seiner Community www.einrichtungsbeispiele.de hat er die besucherstärkste Aquaristik-Seite im deutschsprachigen Netz geschaffen.
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1 Kommentar

  1. Ein sehr schöner Artikel. Ich stand vor gut 3 Jahren selber vor der Frage welche Steine nehme ich für mein Becken. Haben mich dann auch erst für die schönen weißen entschieden. Diese dann aber nach gut 9 Monten wieder rausgepackt! Und mir dann auch natürlichere besorgt

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