Underwater-World

Der Aquaristik-Blog

Zahlreiche Arten EU-weit verboten

Die EU hat eine Liste mit 37 neuen Arten veröffentlicht, die in Zukunft nicht mehr in die EU eingeführt werden dürfen und deren Handel mit einer Übergangsfrist von 1 Jahr zukünftig verboten sein wird. Darunter befinden sich auch einige Arten, die für die Aquaristik durchaus von Bedeutung sind.

Die komplette Liste umfasst:

Baccharis halimifolia (Kreuzstrauch)
Cabomba caroliniana (Grüne Cabomba)
Callosciurus erythraeus (Pallashörnchen oder Rotbauchhörnchen)
Corvus splendens (Glanzkrähe)
Eichhornia crassipes (Dickstielige Wasserhyazinthe)
Eriocheir sinensis (Chinesische Wollhandkrabbe)
Heracleum persicum (Golpar oder Persischer Bärenklau)
Heracleum sosnowskyi (Sosnowsky Bärenklau)
Herpestes javanicus (Kleiner Mungo)
Hydrocotyle ranunculoides (Großer Wassernabel)
Lagarosiphon major (Krause Afrikanische Wasserpest)
Lithobates (Rana) catesbeianus (Nordamerikanische Ochsenfrosch)
Ludwigia grandiflora (Großblütiges Heusenkraut)
Ludwigia peploides (Flutendes Heusenkraut)
Lysichiton americanus (Amerikanische Stinktierkohl oder Amerikanischer Riesenaronstab, Stinkkohl)
Muntiacus reevesi (Chinesischer Muntjak oder Zwergmuntjak)
Myocastor coypus (Nutria oder Biberratte, Sumpfbiber)
Myriophyllum aquaticum (Brasilianisches Tausendblatt)
Nasua nasua (Südamerikanische Nasenbär)
Orconectes limosus (Kamberkrebs)
Orconectes rusticus (Amerikanischer Rostkrebs)
Oxyura jamaicensis (Schwarzkopfruderente)
Pacifastacus leniusculus (Signalkrebs)
Parthenium hysterophorus
Perccottus glenii (Amur Schläfergrundel oder Chinesische Schläfergrundel)
Persicaria perfoliata [Polygonum perfoliatum] (Durchwachsener Knöterich)
Procambarus clarkii (Roter Amerikanischer Sumpfkrebs)
Procambarus fallax (Marmorkrebs oder Everglades Sumpfkrebs)
Procyon lotor (Waschbär)
Pseudorasbora parva (Blaubandbärbling oder Pseudo-Keilfleckbarbe)
Pueraria montana var. lobata
Sciurus carolinensis (Grauhörnchen)
Sciurus niger (Fuchshörnchen)
Tamias sibiricus (Burunduk oder Sibirisches Streifenhörnchen, Asiatisches Streifenhörnchen)
Threskiornis aethiopicus (Heiliger Ibis)
Trachemys scripta (Buchstaben-Schmuckschildkröte)
Vespa velutina nigrithorax (Asiatische Hornisse)

Das Verbot geht auf die Tatsache zurück, dass die Arten als invasiv gelten. Es ist also bereits durch ausgesetzte Tiere oder Pflanzen dazu gekommen, dass sich stabile Populationen innerhalb des EU-Gebiets gebildet haben oder die Gefahr besteht, dass die Tiere auch unter den klimatischen Voraussetzungen hier überleben und sich fortpflanzen könnten. Da dies eine Gefahr für die bereits bestehenden Flora und Fauna bedeutet, muss das Verbot auch von Aquarianern respektiert und beachtet werden, denn der Schutz der heimischen Tier und Pflanzenwelt geht natürlich vor den Wünschen der Tierfreunde. Wer seinem Ärger Luft machen sollte, sollte sich darüber Gedanken machen, ob der Schuldige nicht eher im Bereich der verantwortungslosen Tierhalten zu suchen sein könnte, die ihre Tiere  und Pflanzen einfach in der Natur ausgesetzt haben, als bei der zuständigen EU-Stelle.

Solche Tiere und Pflanzen, die sich bereits in menschlicher Obhut befinden, dürfen weiter gehalten werden. Allerdings ist die Reproduktion, also die Zucht, bzw. Vermehrung ab sofort verboten.

Damit ist bereits ein Punkt genannt, der in Aquarianerkreisen bereits heftig diskutiert wird. Wie soll die Vermehrung von Krebsen oder Pflanzen, die sich auf der Liste befinden, unterbunden werden?

Ebenso scheint es ein wenig inkonsequent Procambarus clarkii zu verbieten und die ebenfalls bei Wirbellosenhaltern sehr beliebten Procambarus alleni, die im Grunde den Clarkiis sehr ähnlich sind, weiterhin zuzulassen.

Fazit

Ich denke, dass es ein kleiner Vorgeschmack auf weitere Regelungen zur Exotenhaltung in Deutschland, bzw. Europa sind. Solche Arten, bei denen ein guter Grund gefunden wird, ihre Einfuhr und den Handel in der EU zu unterbinden, werden bereits jetzt aus den Verkehr gezogen. Es darf darauf geachtet werden, welche Arten in Zukunft folgen.

tom
Folge mir

tom

Thomas "Tom" Thammer ist Webentwickler der ersten Stunden und begeisterter Aquarianer seit Kindheit. Mit seiner Community www.einrichtungsbeispiele.de hat er die besucherstärkste Aquaristik-Seite im deutschsprachigen Netz geschaffen.
tom
Folge mir

3 Kommentare

  1. Danke für die Info. Hast du Informationen darüber, warum diese nicht mehr eingeführt werden dürfen ?

    • tom

      2016-08-09 at 15:43

      Das ist einfach zu beantworten: Die dürfen deshalb nicht mehr eingeführt werden, weil dies EU-weit verboten wurde. Damit soll verhindert werden, dass ausgesetzte Exemplare die einheimische Tier- und Pflanzenwelt gefärden.

  2. Procambarus Clarkii ist definitiv invasiv. Er überlebt und vermehrt sich in unseren einheimischen Kalten Gewässern und ist winterhart.
    Procambarus Alleni ist definitiv nicht invasiv, weil er mit den Temperaturen nicht klarkommt und spätestens im kälteren Herbst verenden würde. Trotzdem dass er so beliebt ist, findet man in „gar nicht“ in unseren Gewässern. Deshalb ist er nicht auf der Liste.
    Das größte Problem und die Ursache für die Liste ist meines Erachtens mangelhafte Aufklärung und Selektion von Kunden im Fachhandel. Sprich Kunden werden zwar gefragt wie groß das Aquarium ist, aber nicht ob sie sich mit den Tieren auskennen und mit den Risiken etc. Hier hat man immer noch zu viel Dollarzeichen in den Augen. Klar: Einkauf etwa 3 bis 7€; Verkauf etwa 14 bis 39,-€ je nach Größe, z.B. bei den Allenis. Einem Kunden im Fachgeschäft dürfte man beim kleinsten Zweifel an Sachkunde keinen Krebs und eigentlich auch keinen anderen Wasserbewohner verkaufen, erst recht keine Wirbeltiere. Ich selbst bin Hobbyzüchter und habe mich sehr genau informiert bevor ich Allenis gekauft habe. Ich bin auch Angler und Naturschützer und kann das gut abwägen. Und von mir bekommt kein Anfänger nur ein Tier wenn ich den kleinsten Zweifel habe. Nur 20 Jahre zurück hat das leider niemand gejuckt. Da durfte man ja auch noch einen Goldfisch im Rundglas halten. Jetzt hat man die Invasoren überall. Der einheimische Edelkrebs hat aber schon eine leichte Resistenz ausgebildet und die bestände erholen sich langsam. Aber was sind die Invasoren gegen andere wie z.B. die Schwarzmeergrundeln (4 versch. Arten), die zu tausenden per Ballasttanks in Schiffen eingeschleppt werden. Diese hat der Zander u. A. mittlerweile stark reduziert und zurückgedrängt und nun wird der Zander bei uns für Fauna-fremd erklärt. Verrückte Welt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.

© 2018 Underwater-World

Theme von Anders NorénHoch ↑

Durch die weitere Nutzung der Seite stimmst du der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen

Die Cookie-Einstellungen auf dieser Website sind auf "Cookies zulassen" eingestellt, um das beste Surferlebnis zu ermöglichen. Wenn du diese Website ohne Änderung der Cookie-Einstellungen verwendest oder auf "Akzeptieren" klickst, erklärst du sich damit einverstanden.

Schließen